Ausstellung "NAME IT" auf der Burg

Vernissage am 3.7.26

Gleich zwei Ausstellungen in einer sind ab 4. Juli auf der Tittmoninger Burg zu sehen: die österreichischen Künstlerinnen Elisa Andessner und Violetta Wakolbinger zeigen ihre Projekte „FRAUEN*ZIMMERSCHIESSEN" und „SHIFTS". Auf unterschiedliche Weise wollen sie aufzeigen, wie der weibliche Körper in patriarchalen Gesellschaftsformen definiert, bewertet und reglementiert wird. Der Titel „NAME IT“ ist zugleich eine Aufforderung: name it, count it, end it – benennen, aufzählen, aufhören. 

Elisa Andessner zeigt ihre Werke im Prälatenstock. Anhand von historischen Schützenscheiben und Schützenfestpostkarten wagt sie einen Blick in die Vergangenheit des Schießens und weist auf die kulturelle Verankerung von verharmloster Gewalt gegen Frauen hin. Sie zeigt Fundstücke aus verschiedenen Sammlungen von Schützenscheiben und stellt sie anhand von Fotoarbeiten, Videos und Objekten zur Diskussion. Auch eine Schützenscheibe aus dem Tittmoninger Museum Rupertiwinkel befindet sich in ihrem Repertoire.


Violetta Wakolbinger geht im Fürstenstock mit feinfühligen Arrangements dem Verständnis von Weiblichkeit auf den Grund. Ihre Fotografien setzen Landschaften, Lebensräume und vertraute Personen auf eine Weise in Beziehung, dass der Druck gesellschaftlicher Erwartungen auf junge Frauen sicht- und spürbar wird. Sie verdeutlicht, was in öffentlichen Diskursen über die Generation Z oft vereinfacht oder fehlgedeutet wird.


Die Ausstellung auf der Burg Tittmoning ist zwischen 4. Juli und 9. August immer donnerstags bis sonntags von 14 bis 16 Uhr zu sehen. Die Vernissage zur Ausstellung findet am 3. Juli auf der Burg statt, Beginn ist um 19 Uhr.


 


Über die Personen:
Elisa Andessner ist freischaffende Künstlerin und arbeitet in den Feldern performative Fotografie und Video. Seit 2006 arbeitet sie künstlerisch im Rahmen von Residencies, Festivals und Ausstellungen im In- und Ausland, zuletzt in Mexiko, Montenegro und Italien. Andessner wurde mit Preisen, Stipendien und Kunstankäufen öffentlicher Sammlungen gewürdigt. Sie organisiert regelmäßig Austausch- und Ausstellungsprojekte mit lokalen und internationalen Künstler*innen und Kunstinitiativen, 2022 mit Künstler*innen aus Teheran (IR), 2024 mit Künstler*innen aus Mexiko. 2021 setzte sie sich mit dem Projekt FEMALE* UPGRADE für die Umbenennung der Linzer Glaubackerstraße in Agathe-Doposcheg-Schwabenau-Straße ein. Sie Lehrbeauftragte an der Kunstuniversität Linz, Mitglied der IG Bildende Kunst, Innviertler Künstlergilde und der Linzer Künstler- und Künstlerinnenvereinigung MAERZ, wo sie seit 2023 gemeinsam mit anderen Künstlerinnen die feministische Programmreihe female*upgrade by MAERZ betreibt. 
©Elisa Andessner


Violetta Wakolbinger lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin, Fotografin und Grafikerin in OÖ. Nach dem Studium der Raum- und Designstrategien an der Kunstuniversität in Linz liegt ihr beruflicher Fokus auf Architekturfotografie.
Ihr künstlerisches Schaffen umfasst neben der Fotografie die Medien Film und Installation. Seit 2013 ist sie aktives Vorstandsmitglied der Vereinigung Kunstschaffender OÖ.
©Violetta Wakolbinger