• Verwendung der Spendenmittel

Verwendung der Spendenmittel "Sozialfonds" 2020

Sehr geehrte SpenderInnen,


wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung im Jahr 2020 und das Vertrauen, das Sie unserer Arbeit entgegengebracht haben. Dieses Jahr hat viele Menschen vor eine Vielzahl finanzieller und sozialer Herausforderungen gestellt. Wir haben versucht, im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen und zumindest einen Teil dieser zusätzlichen Belastungen etwas zu erleichtern.

Durch die 2019 eingerichtete Bürgerhilfsstelle, in die auch der Sozialfonds integriert wurde, können einzelne Anfragen und Fälle ganzheitlicher und umfassender betreut werden als bisher. Wichtig ist uns, dass es nicht nur eine rein finanzielle Hilfeleistung gibt, sondern auch darüber hinaus an der Verbesserung der Gesamtsituation gearbeitet wird. Das Ziel sollte immer sein, dass sich eine Notlage nach Möglichkeit nicht wiederholt.

Abseits von Menschen in akuten Notlagen und von verfestigter Armut betroffenen Menschen gibt es aber auch Fälle, in denen präventiv unterstützt wird, also bevor es zur Notlage oder zum Eintritt in die „Armutsspirale" kommt. Dafür können z.B. auch zinsfreie, lang angelegte Darlehen vergeben werden.

Der Sozialfonds verfügt über zwei gesonderte Konten. Über das eine Konto können ausschließlich Menschen mit „nachgewiesener Hilfsbedürftigkeit" (z.B. ALG II Bescheid, Sozialhilfe-Bescheid, ...) unterstützt werden. Für Spenden auf dieses Konto können auch Spendenquittungen erstellt werden. Das zweite Konto ist in der Verwendung etwas freier. Hier können auch soziale Faktoren oder Sonderausgaben z.B. bei Geringverdienenden berücksichtigt werden.

Mit Ihrer Spende haben Sie unsere Arbeit in diesem Jahr wieder möglich gemacht.
Dafür sagen wir stellvertretend für alle Unterstützten
HERZLICHEN DANK!

Konkrete Verwendung der Spendenmittel:

Langfristige Darlehen für Reparaturen: 2.685,15 €

Für viele Familien, aber auch Einzelpersonen, die im Alltag „gerade so" über die Runden kommen, sind (plötzlich auftretende) zusätzliche Ausgaben nicht leistbar, da keine Rücklagen angelegt werden können. Das hat sich 2020 durch reduzierte Einnahmen (z.B. durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit) noch zugespitzt. Besonders wenn etwa notwendige Reparaturen anstehen, kann das zu Problemen führen. Gerade im ländlichen Raum ist Mobilität durch ein Auto unerlässlich, um alltägliche Besorgungen, Krankenfahrten und auch den Weg zu Bewerbungsgesprächen und der Arbeitsstelle zu bestreiten.

Haushaltsweiterführung/Bedarfe des täglichen Lebens: 2.634,86 €

Deutlich häufiger als in den Vorjahren wurden 2020 Hilfen für die Weiterführung des Haushaltes und Bedarfe des täglichen Lebens angefragt. Auch hier spielt die angespanntere Arbeitsmarktsituation und Kurzarbeit eine enorme Rolle. Hier werden beispielsweise Androhungen von Stromsperrungen, Heizkosten/Beschaffung von Heizmitteln oder auch notwendige Elektrogeräte wie beispielsweise der Ersatz kaputter Waschmaschinen für Familien mit Kleinkindern zusammengefasst. Oft stecken dahinter Verschuldung oder auch Nachzahlungen, die auf Grund des geringen Einkommens nicht möglich sind. In diesen Fällen wird mit der Schuldnerberatung zusammen weitergearbeitet und nach Lösungen für die Situation gesucht.

Ausbildung/Kinderbetreuung/Schulmaterialien: 2.035,66 €

Die Unterstützung von Familien und jungen Menschen ist auch für den Sozialfonds ein besonders wichtiges Thema, egal ob im Rahmen von Kinderkrippe, Schule oder Berufsausbildung/Berufsschule. Alle Leistungen werden nach Prüfung vorrangiger Leistungen (z.B. „Bildung und Teilhabe" über Jobcenter oder Jugendamt) und in Absprache und Zusammenarbeit mit den betreffenden Einrichtungen (Kinderkrippe/-garten, Schule/Schulsozialarbeit, Jugendhilfe/Wohngemeinschaften, ...) genehmigt und direkt mit den Leistungsträgern verrechnet. Auffällig war 2020, dass auch Anfragen direkt vom Jobcenter zur Übernahme von Materialkosten für berufsvorbereitenden Maßnahmen an den Sozialfonds gerichtet wurden, soweit diese nicht über den Anspruch auf Arbeitslosengeld II abgedeckt werden konnten.

Behinderung, Krankheit und Pflege: 1.869,80 €

Trotz einer Vielzahl an Hilfen für Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder Pflegebedarf gibt es nach wie vor Kosten, die selbst finanziert werden müssen. Hierzu gehören z.B. bestimmte Fahrtkosten zu medizinisch notwendigen Behandlungen von chronisch erkrankten Kindern oder zu Beratungsstellen. Weiters wurden Überbrückungshilfen für Familien und Einzelpersonen auf Grund von finanziellen Problemen nach überraschenden Diagnosen schwerer Erkrankungen genehmigt (oftmals in Zusammenarbeit mit Sozialdiensten von Krankenhäusern), bis hin zu finanziellen Notsituationen durch Todesfälle.

Prävention von Obdachlosigkeit: 1.647,40 €

Leider gab es im Jahr 2020 mehr Obdachlosigkeitsandrohungen als im Vorjahr in Tittmoning. Durch rechtzeitige (finanzielle) Interventionen konnten alle Personen vor Eintritt der tatsächlichen Obdachlosigkeit in Wohnungen vermittelt werden. Hier wurden etwa Umzugskosten, Zuschüsse zu Mieten und Mietkautionen und Beiträge zum Beitritt in Wohnungsbaugenossenschaften ausbezahlt. All diese Hilfen wurden als Akuthilfen ausbezahlt und direkt an die entsprechenden Vermieter, Umzugsunternehmen und Genossenschaften ausbezahlt und nur in Kombination mit ausführlichen Beratungen und weiteren Hilfen von Fachstellen genehmigt.

Akuthilfen: 317,71 €

Auch in diesem Jahr gab es wieder Fälle, in denen akute Soforthilfen zur Abdeckung der Lebensmittelversorgung notwendig waren. In mehreren Fällen mussten sofortige Auszahlungen zur Sicherung der Ernährung gewährt werden, beispielsweise bei verzögerten Auszahlungen von beantragten Leistungen. Durch den massiven Anstieg der Anträge bei Agentur für Arbeit, Jobcenter und Sozialämtern kam es zu längeren Wartezeiten, in denen Rücklagen schnell aufgebraucht waren. Daher waren Akuthilfen auch in diesem Jahr wieder notwendig. Auch ein Teil der Einkäufe durch ehrenamtliche Corona-Einkaufshilfen wurde hier abgerechnet, soweit die betroffenen Personen nicht zahlungsfähig waren.

Weihnachts-Gutschein-Aktion: 1.510,00 €

Wie jedes Jahr wurden in der Vorweihnachtszeit wieder „Stadtfreunde"-Gutscheine an Familien und Einzelpersonen in finanziell schwierigen Situationen versandt. Insgesamt waren es 27 Haushalte, die je nach Größe der Familie und finanzieller Situation mit unterschiedlichen Gutscheinsummen unterstützt wurden. Hier wurden auch über andere Einrichtungen des sozialen Bereichs und Bildungseinrichtungen Personen benannt. Die Gutscheine sollen besonders in der Weihnachtszeit den finanziellen Druck auf die betroffenen Personen etwas mildern und kleine Geschenke oder auch ein besonderes Weihnachtsessen ermöglichen.

Gesamtsumme: 12.700,48 €

Im Jahr 2020 wurde diese Gesamtsumme aus dem Sozialfonds ausbezahlt, davon 9.051,99 € vom Konto mit Spendenquittung und 3.648,49 € vom Spendenkonto ohne Spendenquittung.
Die Summe ist 2020 deutlich erhöht, was v.a. den finanziellen und sozialen Problemen vieler Menschen im Rahmen der Corona-Pandemie zuzuschreiben ist.

 

Tittmoning historische Burgtage





Für eventuelle Fragen stehen wir gerne zur Verfügung!
Herzlichst
Stadt Tittmoning

Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt:
Erster Bürgermeister Andreas Bratzdrum

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