• Wie es am Bahnhof weitergeht

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Wie es "Am Bahnhof" weitergeht

Eine Mammutaufgabe für die nächsten Jahre stellt die Gestaltung des neuen Wohngebiets „Am Bahnhof" für Stadtrat und Verwaltung dar. Zugleich ist dies auch eine einmalige Chance: In bester Lage, mit Blick auf die Burg, fußläufig zum historischen Altstadtensemble und zu den großen Einkaufsmärkten, wird ein attraktives, modernes, urbanes Quartier mit hoher Wohnqualität für alle Generationen entstehen. Die Stadt setzt bei der Entwicklung auf Qualität und Nachhaltigkeit.

„Am Bahnhof" wird nach den Maßgaben der Auslobung, welche Nachhaltigkeit, Immissionsschutz, Energieeffizienz, Barrierefreiheit und Ortsverträglichkeit berücksichtigt haben, dringend benötigter Wohnraum geschaffen. Keinesfalls, so Erster Bürgermeister Andreas Bratzdrum, solle das neue Stadtviertel in Konkurrenz zur Altstadt und insbesondere zum Stadtplatz treten.

Die Absrissarbeiten laufen nach Plan und sollen bis Juli abgeschlossen sein. Im vergangenen Oktober stellten bei einer Bürgerinformationsveranstaltung zum neuen Wohngebiet auf dem ehemaligen Brückner-Gelände die Wettbewerbssieger ihren Entwurf der Öffentlichkeit vor, ehe die Tittmoningerinnen und Tittmoninger ihre Fragen und Anregungen dazu vorbrachten, die bei der weiteren Planung berücksichtigt wurden.

Im Januar genehmigte der Stadtrat den Städtebaulichen Entwurf, den die Planer in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen der Stadt auf der Grundlage ihres prämierten Wettbewerbsbeitrags ausgearbeitet haben. Als nächster Schritt wird der Vorentwurf zum Bebauungsplan erstellt. Dazu ist auch eine Bedarfsabfrage bei den Tittmoninger Einwohnern und Einpendlern vorgesehen. Weitere öffentliche Veranstaltungen sind geplant, sobald die Pandemielage es zulässt. Die Website der Stadt informiert laufend über den neuesten Stand der Entwicklung.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich bereits jetzt für weitere Informationen unter bauenundwohnen@tittmoning.de anmelden.

 

 

Tittmoning historische Burgtage

© H2R Architekten und Stadtplaner BDA

So sieht der Plan des Architekturbüros H2R Architekten aus, der Realisierungs- und Ideenteil umfasst.

© H2R Architekten und Stadtplaner BDA

In einem Interview mit dem rfo erläutert Tittmonings Erster Bürgermeister Andreas Bratzdrum die Pläne für das neue Wohngebiet.
Bericht von der öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung am 5. Oktober 2020 in der Schulturnhalle

Als Vertreter der Siegerbüros erläuterten Prof. Hans-Peter Hebensperger-Hüther vom Büro H2R Architekten aus München und Tobias Nowak vom Landshuter Büro für Landschaftsarchitektur Stadtplanung raum + zeit ihren Entwurf: 

Die ehemalige Bahnlinie wird in der Planung durch einen Rad- und Fußweg, der ihrem Verlauf folgt, wieder sichtbar gemacht. Den „Geist des Ortes" nimmt der Entwurf auf, indem er die Haustypologie des Stadtplatzes in kompakten „Tittmoninger Stadtbausteinen" von ca. 30 mal 40 m Größe nachempfindet. Die Erschließung wird durch eine einzige Zufahrt über die Straße „Am Bahnhof" mit Wendeschlaufe minimal gehalten. Das Areal kann durch oberirdische Besucherstellplätze im Eingangsbereich und Tiefgaragen unter den Gebäuden weitgehend autofrei gehalten werden, wobei eine oberirdische Zufahrt prinzipiell möglich sein soll. Neben der Wohnnutzung ist an wenigen Stellen eine Sondernutzung etwa für Büros und möglicherweise eine kleine Gastronomie (Biergarten) vorgesehen.

Der Entwurf folgt dem Prinzip der Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung und legt sein Augenmerk auf einen geringen Flächenverbrauch durch die Ergänzung bestehender Wegeverbindungen, die Einbindung bestehender Strukturen, insbesondere des ehemaligen Bahnhofsgebäudes, der alten Post und (im Ideenteil) der Friedhofsmauer sowie den hohen Anteil an Freiflächen, die als Quartiers- und Bahnhofsplatz, Biergarten, Obstwiese, Kleingartenanlage, Spiel- und Wohnanger ihre je eigene Identität haben sollen. Kleine private Terrassen und größere Grünflächen zur gemeinsamen Nutzung können eine Alternative zum traditionellen eigenen Garten darstellen und das Gemeinschaftsgefühl stärken. In den Randzonen hat man „Luft gelassen" und ermöglicht so einen fließenden Übergang in die umgebende Freifläche nach Südwesten. Mit städtebaulichem Entwurf, Bebauungsplan, Ausschreibung und Erschließung steht im nächsten Jahr noch viel Arbeit bevor, ehe ab 2022 an den Beginn der Umsetzung zu denken ist. 

Bedenken und Anregungen der Anwohner bezüglich der Parkraum- und Verkehrsplanung sowie des Immissions-, Bestands- und Denkmalschutzes im Zusammenhang mit dem geplanten neuen Stadtteil werden selbstverständlich auch bei der weiteren Planung berücksichtigt. 

 

Bericht von der Entscheidung des Preisgerichts
"Städtebaulicher Realisierungswettbewerb Am Bahnhof - Wohnen vor der Toren der Altstadt" am 20. Juli 2020

Zwölf Stunden hatte das elfköpfige Preisgericht am 20. Juli über die zwölf Einreichungen zum Architektenwettbewerb für das neue Wohngebiet auf dem ehemaligen Brückner-Gelände beraten, ehe abends um neun Uhr das Ergebnis der Sitzung öffentlich gemacht wurde. Die fünf Sach- und sechs Fach-Preisrichter waren sich einig in ihrer Entscheidung für den Entwurf von H2R Architekten und das Büro raum + zeit. Nun hat der Stadtrat zehn Tage später in einer Sondersitzung die Entscheidung des Preisgerichts ebenfalls einstimmig bestätigt und den Preis offiziell verliehen.
Erster Bürgermeister Andreas Bratzdrum freute sich über die Einmütigkeit der Entscheidungen: „Das ist ein starkes Votum und eine gute Grundlage für den Bebauungsplan." Gesucht wurde im Städtebaulichen Realisierungswettbewerb „Am Bahnhof – Wohnen vor den Toren der Altstadt" der beste Entwurf für eine Neubebauung des ehemaligen Brückner-Geländes „mit verdichtetem Wohnen unter der besonderen Beachtung der denkmalpflegerisch hochwertigen Umgebung", so der Auslobungstext.
Der Siegerentwurf von H2R Architekten aus München und dem Landshuter Büro für Landschaftsarchitektur und Stadtplanung raum + zeit setzte sich gegen den Vorschlag von LAUX Architekten (München) und ver.de (Freising) durch, der auf dem zweiten Platz landete. Die Entwürfe von Felix & Jonas Architekten und mahl gebhard konzepte, Eisenlauer und Herman Salm sowie Zwischenräume und Barbara Weihs (alle München) erhielten je eine Anerkennung.
Bei der Sondersitzung des Stadtrats fasste der Vorsitzende des Preisgerichts, Prof. Konrad Deffner, die Begründung der Jury nochmals zusammen. Überzeugt habe der prämierte Entwurf vor allem durch starke Anknüpfung an die Tittmoninger Altstadt, das sensible „Andocken an bestehende Strukturen".
Der Dank des Bürgermeisters galt nicht nur dem Preisgericht, sondern auch dem Stadtplanerbüro Hummel und Kraus für die Organisation und Begleitung des Verfahrens. Der Öffentlichkeit werden alle eingereichten Entwürfe und Modelle im Veranstaltungsraum des Rathauses zugänglich gemacht. Sie sind dort zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen. Für Anfang September ist eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema geplant. Ort und Zeit werden rechtzeitig bekanntgegeben.
 





Für eventuelle Fragen stehen wir gerne zur Verfügung!
Herzlichst
Stadt Tittmoning

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Erster Bürgermeister Andreas Bratzdrum

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