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Skulptur und Struktur

Ausstellung des Siegsdorfers Franz Xaver Angerer

Die Ausstellung läuft von 21. Juli bis 19. August und ist immer mittwochs bis sonntags von 13-17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. 

Die Vernissage zur Ausstellung findet am 20. August um 19 Uhr statt.

Geführter Rundgang durch die Ausstellung am 29. Juli um 15 Uhr.


Franz-Xaver Angerer ist 1953 in Hammer bei Siegsdorf geboren, hat 1968 eine Lehre als Maschinenbauer abgeschlossen und lange in diesem Beruf gearbeitet. Als Schifahrer, Bergsteiger und Radsportler hat er seine körperlichen Grenzen ausgelotet und im Beobachten der Natur sein Weltbild geprägt. Er ist enorm belesen, beschäftigt sich gleichermaßen mit Literatur und Wissenschaft und hat klare Vorstellungen darüber, was in der Welt richtig und falsch läuft. Das erklärt auch, wie er zu einigen Künstlerinnen und Künstlern von Weltrang freundschaft-liche Beziehungen unterhalten kann. Nicht das Studium an einer angesagten Universität sondern das unermüdliche Dazulernen hat ihn Künstler werden lassen. Die künstlerische Laufbahn beginnt schon zur Lehrzeit und führt über die Beteiligung an lokalen Projekten und die Teilnahme an der Sommerakademie in Salzburg zu einer zunächst regionalen Bekanntheit. Da seine Werke aber die Kritiker überall zu begeistern vermögen, gehört er inzwischen zu den anerkannten Kreativen in Bayern und kann seit 1988 als freier Künstler leben. In Hammer betreibt er zudem die Atelier-Galerie „Kunstgetriebe", in der man immer auch seine aktuellen Arbeiten sehen kann.

Der Blick fürs Praktische, die Freude am präzisen Gestalten und die Skepsis gegen alle auf Theorien aufgebauten Theorien prägen seine Grundeinstellung, zum Leben wie zur Kunst. Material und Bearbeitung sind in sich selbst poetisch, das Wort Poesie stammt aus dem Altgriechi¬schen und bedeutet „Machen, Erschaffen". Selten verweist Angerer auf komplexe oder gar kosmische Bezüge seiner Werke; zumeist beschränkt er sich auf die von der Natur vorgegebenen Formen und arbeitet nur die Vielfalt an Gestalten, Strukturen und Oberflächen heraus. Dabei entstehen erstaunlich filigrane Schöpfungen, etwa wenn er einen Wildkirschbaum von innen mit dem Stemmeisen bis auf die letzten fünf Jahresringe aushöhlt und das bizarre, an Tierhaut erinnernde Gebilde dann karbonisiert. Diese Art der Holzkonservierung, das oberflächliche Abbrennen, ist zum Erkennungszeichen seiner Skulpturen geworden. Die mit Motorsäge und Stemmeisen, aber auch einem Arsenal an feinen Schneid- und Schleifwerkzeugen aller Schwere enthobenen großen Bildnisse erhalten durch die im wörtlichen Sinn kohlschwarze Oberfläche eine graphische Qualität, die sie einzigartig macht.

An Angerers bildhauerischer Arbeit beeindruckt, dass er sich bald nüchtern linear, bald verspielt filigran, dann wieder raumgreifend monumental seinem Material widmet. Die massive Schwere von Baumstämmen, die Kantigkeit von Sägeschnitten, die an schroffe Felsengebirge erinnernden Bruchflächen, die Struk-turen von Jahresringen, von Baumrinden, von Verwitterungs¬spuren sind faszinierende Blickfänge. Angerer geht damit so virtuos um, dass sie den Betrachter in ihren Bann ziehen und reichlich Assoziationen und Interpretationen nahelegen. „Jeder darf sich dazu denken, was er mag", sagt der Künstler. Er selbst beschränkt sich auf das Sichtbare, ihm genügt die Schönheit der natürlichen Formen ergänzt durch die Dramaturgie der Licht- und Schatteneffekte und die graphische Wirkung der Schwarz-Schattierungen oder der farbigen Akzente. Wenn er über ein Objekt „des is a Gschicht" sagt, dann meint er nicht die erzählte Geschichte und nicht die anekdotische Historie, dann ist es das Idiom einfacher Anerkennung aus Herzensgrund.

Zu Unrecht wird das graphische Werk Angerers neben der Wirkmacht der Skulpturen leicht übersehen. Auch in seinen Holzschnitten, Monographien und Aquadrucken geht es um innere Strukturen, deren Schönheit und Beständigkeit er nach außen transformieren, sichtbar machen, anerkennen will. Auf der zweidimensionalen Bildfläche stehen die Strukturen, mehr als beim räumlichen Gebilde, im Vordergrund. Natürliche Formen und künstlerische Gestaltung ergänzen sich auf spannende Weise. Die Natur spielt bei all seinen Werken eine Hauptrolle, auch wenn er sie in Beziehung setzt zu geistigen Errungenschaften der Menschheit und beispielsweise eine Druckserie mit dem Titel „Hommage an Galileo Galilei" versieht.

Informationen erhalten Sie bei der Tourist-Info Tittmoning, 08683-700710 oder anfrage@tittmoning.de.

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